Sabine Heitmeyer-Löns   Textile Objekte

Über mich


Meine Leidenschaft für die Kunst- und Sozialgeschichte des Textilen wurde im Studium bei Prof. Ruth Bleckwenn geweckt. Sie bildet die Grundlage für meine Arbeit als Textilrestauratorin.

 

In meiner restauratorischen Arbeit leitet mich der Gedanke/das Bestreben, die Dinge so zu erhalten, wie sie auf uns gekommen sind - mit allen technischen Merkmalen und auch Spuren, welche die Geschichte hinterlassen hat (Gebrauchsspuren, Veränderungen ...)

 

Gleichzeitig aber geht es auch um den Respekt davor, wie ein Objekt ursprünglich "gedacht" ist.

 

Seit über dreißig Jahren verfolgen und diskutieren wir in unserem Wertkstatt-Team diese Ziele und streben es an, eine individuelle Lösung für jedes einzelne Objekt zu entwickeln.

 

Für mich geht es darum, die erhaltenen textilen Bestände durch die Kenntnis des historischen Sujets (Material, Herstellungstechniken, Formen etc.) zu erfassen und in ihren historischen Zusammenhang zu stellen.

 

Dies bedeutet auch,  jedem Objekt den Wert zukommen zu lassen, den es in seiner jeweiligen Entstehungszeit besaß. Untersuchungen, Beratungen und Inventarisation von Sammlungen sind deshalb im Sinne einer zukünftigen Wertschätzung als präventive Maßnahmen zu sehen.

 

Ein weiteres Gebiet der präventiven Konservierung ist die Strukturierng und sachgerechte Einlagerung von Museumsbeständen und Sammlungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Textilien als Kulturgut

Textil ist ein extrem vergängliches Material, das höchst empfindlich vor allem auf Licht und Feuchtigkeit reagiert. Wo es sich erhalten hat, ist dieses vor allem den passenden Aufbewahrungsbedingungen zu verdanken.

Textil ist ein gefährdetes Material, denn wir leben in einer Zeit, in der die Wertschätzung für das Material auf veränderten Voraussetzungen beruht.

 

Heute verbindet sich der Begriff Textil zumeist mit kurzlebigen Gebrauchsgüten des alltäglichen Bedarfs und Verbrauchs. Dass Textilien - vor allem solche aus Seide und feinem Leinen - in früheren Zeiten einen küntlerischen Stellenwert besaßen, der dem von Gemälden, Möbeln oder sogar Goldschmiedearbeiten gleichkam und diesen bisweilen sogar übertraf, ist heute kaum noch vorstellbar.

 

Viele kostbare Gewebe, Stickereien und Spitzen haben sich bis heute -  teilweise weit über tausend Jahre - als Reliquien oder Paramente in Kirchen,

als Raumausstattungen oder aufwändige Kleider in Schlössern  und Grabstätten erhalten. Manche dieser hoch repräsentativen und künstlerisch wertvollen Objekte sind im Laufe der Zeit in Museen und private Sammlungen gelangt.

 

Bis heute lassen sich immer wieder KünstlerInnen und KunsthandwerkerInnen vom Material Textil inspirieren. Sie entwerfen Vorlagen für Tapisserien oder schaffen Objekte, die sich explizit mit den Eigenschaften des Materials und mit textilen Techniken auseinandersetzen.

 

Kulturhistorisch nicht weniger bedeutsam sind aber auch Bestände und Objekte aus weniger prominenten Zusammenhängen: etwa Fahnen, deren Anschaffung einstmals vielen Gruppen und Vereinen große finanzielle Anstrengungen abverlangt hat. Sie waren wesentliche Zeichen sozialer Identifikation. Manche von ihnen wurden unter großen Risiken über schwierige Zeiten gerettet.

 

Aber auch häusliche Handarbeiten, denen man die Mühen ihrer Herstellung oft noch ansieht, und alltägliche Kleidung, die wie kaum etwas andres "hautnah" das Leben der Menschen in ihrer Körperlichkeit abbildet, können bedeutende Objekte bewahrender Restaurierung sein.

  • Vorträge und Publiktionen im Bereich der historischen Textilkunst/-restaurierung.
  • 1992 Zusammenschluss mit der "Werkstatt für die Restaurierung von Möbeln und Holzobjekten Birgit Engel-Bangen" als Werkstattgemeinschaft.
  • 1985 Gründung einer eigenen Werkstatt für Textilrestaurierung in Münster/Havixbeck
  • 1883-1985 Fortsetzung der Ausbildung zur Textilrestauratorin als Stipendiatin der Abegg-Stiftung Riggisberg in Bern (Schweiz).
  • 1982-1983 Ausbildung in der Werkstatt für Textilrestaurierung Maria-Theresia Worch, Münster
  • 1982 Praktikum in Werkstatt für Textilrestaurierung am Germanischen Nationalmuseum Nürnberg.
  • 1982-1986 Lehraufträge am Seminar für Textilgestaltung an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.
  • Studium der Volkskunde/Kunstgeschichte,
  • 1974-1980 Lehramtsstudium an der Pädagogischen Hochschule Münster für die Fächer Kunstpädagogik und Textilgestaltung für die Sekundarstufe I, Referendariat. Abschlüsse: 1. und 2. Staatsexamen.
  • 1974 Abitur am Staatlichen Gymnasium Arnoldinum, Burgsteinfurt.